Das stille Qi Gong

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  • Rückkehr zur Wurzel heißt Stille;
  • Stille heißt Wendung zum Schicksal;
  • Wendung zum Schicksal heißt Ewigkeit;
  • Erkenntnis der Ewigkeit heißt Klarheit.
    <Laotse>
Sonnenaufgang in Löchgau

Sonnenaufgang im Nebel
Löchgau, Herbst 2015

Seit tausenden Jahren strebten Chinesen nach Erhaltung der Gesundheit und Verlängerung der Lebenszeit. Im Laufe dieser Zeit sind unzählige Praktiken entstanden, welche unter dem Sammelbegriff „Nähren des Lebens“ – (Yang Sheng  養生) bekannt sind. Einige von diesen Praktiken wurden in den 1950 ger Jahren dem Bedarf der modernen Gesellschaft angepasst und unter dem Namen Qi Gong in das neue System der Gesundheitspflege integriert.

Das stille Qi Gong (Jing Gong 靜功), alternativ auch (Yi Qi Gong 意氣功) genannt, hat sich aus der schamanischen Tradition im antiken China entwickelt und gehört zum Bereich der inneren Übungen (Nei Gong – 功). Das Prinzip der Selbstkultivierung (Xiu Lian – 修煉) ist seine wichtigste Grundlage. Ein altes taoistisches Sprichwort macht folgende Aussage zu diesem Thema:

  • Wer die äußeren Übungen praktiziert, darf die inneren Übungen nicht vergessen.
  • Wenn man sich auf die inneren Übungen konzentriert, darf man die äußeren Übungen außer Acht lassen.

In einem Vortrag hat Meister Li Zhi-Chang zum stillen Qi Gong, Folgendes erklärt: „Wenn wir das stille Qi Gong üben, suchen wir einen Zustand der Stille, aus dem eine innere Bewegung entstehen kann. Diese Bewegung geschieht ohne unser bewusstes Tun durch das Fließen des inneren Qi. Nur diese Bewegung wird als das Wahre bezeichnet, denn sie geschieht absichtslos, von selbst. Nur dieses innere Qi kann innere Prozesse regulieren und das Gleichgewicht im Körper herstellen. Äußeres Qi, das durch äußere Bewegung entsteht, wie zum Beispiel durch Joggen oder Taiji Chuan, ist dazu nicht in der Lage. Was aber ist die Stille? Ein Körper ohne Bewegung, ein Ort ohne Lärm, die Augen schließen, um die unruhige Welt nicht zu sehen? Das alles ist nach Auffassung der Taoisten nicht die Stille. Erst wenn alle drei kosmischen Zonen, Essenz, Qi und Geist zur Ruhe gekommen sind, kann von Stille gesprochen werden.“

Eine einfache Definition für die nicht Eingeweihten ist: „Das stille Qi Gong ist eine meditative Art zu üben, welche auch sanfte Bewegungen beinhaltet. Es ist ein Weg des sich Selbstvergessens, um ein Zustand der inneren Leere zu erreichen. Durch diese innere Kultivierung wird Körper und Geist in Einklang mit der Natur und dem Universum gebracht. Dies hat als Folge eine positive Auswirkung auf die eigene Gesundheit und Vitalität.“

Im Vergleich zu den bewegten Qi Gong Formen können die meisten Übungen des stillen Qi Gong sowohl im Stehen, Sitzen oder auch liegend ausgeführt werden. Der Vorteil ist, dass ältere Menschen mit Einschränkung des Bewegungsapparates die unterstützende Wirkung des stillen Qi Gong für ihre Gesundheit nutzen können.